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Filzwolle – welche ist die Beste

Bestimmt stellt sich fast jeder Filz-Anfänger die Frage, was Filzwolle eigentlich ist und welche Sorten es gibt. Das Angebot auf dem heutigen Markt ist ziemlich umfangreich. So kann es passieren, dass interessierte Filz-Neulinge zu Beginn der Handarbeit vor der Frage stehen, welche Filzwolle wohl das richtige Material für das Vorhaben ist. Welche Filzwolle bestellt man am besten um schon am Anfang einer Karriere als Filz-Künstler gute Ergebnisse zu erhalten.

Im Grunde genommen versteht man unter Filzwolle die „rohe“ Wolle, die noch nicht zum Garn versponnen wurde. Da das Filzen grundsätzlich nur mit natürlichen Haaren perfekt funktioniert, benötigt man dazu tierische Wolle. Diese Wolle spenden uns zum Beispiel Schafe, Ziegen oder die Alpakas. Aber auch Angorakaninchen sowie einige Hunde- und Katzenrassen gehören zu den bekannten Woll-Lieferanten.

Filzwolle – die unterschiedlichen Woll-Arten

  • Rohwolle
  • Kammzugwolle
  • Vlieswolle
  • Märchenwolle

Sie alle eignen sich zwar zum Filzen, unterscheiden sich jedoch in ihren Eigenschaften stark voneinander.

Rohwolle – Naturwolle direkt vom Tier geschoren

Die Wolle, die direkt vom Tier gewonnen wird, nach dem das z.B. Schaf geschoren wurde, bezeichnet man als Rohwolle. Nach dem Scheren muss das Material ausgekämmt, gereinigt und anschließend von Hand gezupft werden.

Typisch für die Rohwolle ist eine ungleichmäßige Struktur, da selbst das Fell eines einzigen Tieres unterschiedliche Beschaffenheit aufweist (Deckhaar und Unterfell).

Nach dem Verarbeiten erhält man ein grobes Material, dessen Unterseite stark verfilzt ist, während die Haare auf der Oberseite sich zum Teil lose kräuseln.

Kammzugwolle – Veredelung von Schafwolle durch die Kämmerei

Die Kammzugwolle ist sehr fein und wird deshalb besonders gern zum Filzen (Trocken- und Nassfilzen) verwendet. Sie enthält ausschließlich die langen und glatten Haare der Rohwolle. Da die Haarfasern der Kammzug-Wolle bei der Verarbeitung gekämmt werden, zeigen sie alle in eine Richtung. Beim Verarbeiten können die Fasern in kleinen Mengen vom Strang abgerupft werden.

Die Feinheit des Materials unterscheidet sich je nach Tierart. Sehr beliebt ist die Wolle der australischen Merino-Schafe, da sie besonders weich ist.

Vlieswolle – warmes Wasser und Kern- oder Olivenseife

Im Vergleich zur Kammzugwolle sind die Haarfasern der Vlieswolle kurz und kraus. Diese Art von Wolle wird in der Regel als Bündel angeboten. Auseinandergefaltet hat das Material die Form einer Matte. Ähnlich wie bei einer Klebebandrolle bedarf es manchmal etwas Fingerspitzengefühl, um den Anfang des Bündels zu finden.
Die Vlies Wolle kann unterschiedlich und unregelmäßig dick sein, daher sollte die Stärke des Materials vor dem Filzen geprüft werden. Diese Art von Wolle lässt sich sehr leicht verfilzen und eignet sich besonders gut für dreidimensionale Filzarbeiten.

Jesus als Knabe mit einem Merinoschaf,

Jesus als Knabe mit einem Merinoschaf, Bartolomé Esteban Murillo

Märchenwolle – bunt gefärbte Filzwolle

Bei der Schafwolle, die pflanzlich gefärbt und als Vlies gekämmt wird, spricht man umgangssprachlich von Märchenwolle. Das Material wird zwei Mal knapp bis zum Siedepunkt erhitzt und ist dadurch bereits leicht verfilzt. Diese Art von Wolle eignet sich besonders gut zum Trockenfilzen oder Nadelfilzen.

Lesen Sie hier unsere kleine Anleitung zum Nassfilzen

Fazit:

Lassen Sie sich durch die Vielfalt der Möglichkeit nicht einschüchtern. Filzen soll spaß machen, auch wenn nicht immer alles gleich funktioniert, so haben Sie Zeit und Hände für etwas sinnvolles eingesetzt.

Erfahrung kann nur aufgebaut werden, wenn Sie sich praktisch mit dem Filzen beschäftigen. Schon nach kurzer Zeit haben Sie den Dreh raus und basteln schöne Dinge.

Los gehts…



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